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Augmented Reality Technologien

im Baualltag

von Luca Montagna,
BIM-Team der Gruner Gruppe luca[punkt]montagna [ät] gruner[punkt]ch

Augmented Reality (AR) Technologien sind im Vormarsch und wecken in der Bauwirtschaft grosses Interesse. Das Einsatzgebiet dieser Technologien ist insbesondere in der Planung und Ausführung vielfältig einsetzbar - angefangen bei der Visualisierung vom ersten Entwurf eines Bauprojekts für einen Kunden bis hin zum Soll-/Ist-Vergleich der ausgeführten Planung auf der Baustelle. 

 

Das BIM-Team der Gruner Gruppe hat im November 2017 eine Microsoft HoloLens beschafft und getestet. Die HoloLens wird zurzeit als Developer Edition vor allem an Entwickler verkauft. Um sie zu nutzen, haben wir die HoloLens entsprechend eingerichtet um IFC-Dateien anzeigen zu können. Die Entwicklung von Applikationen für die HoloLens ist relativ aufwändig und daher nicht geeignet für einen Standarduser. Einerseits muss der Entwickler über fundierte Kenntnisse in der Unity-Entwicklungsumgebung haben andererseits ist der Umgang mit Hologrammen nicht ganz einfach.

In der Gruner Gruppe stand nicht die Entwicklung von Applikationen im Vordergrund,  sondern der Einsatz der HoloLens als Planungstool. Die HoloLens unterstützt zurzeit keine IFC-Modelle wodurch unsere Projekte zuerst in das FBX-Format konvertiert werden mussten um sie überhaupt lesbar zu machen. Im Rahmen meiner Vordiplomarbeit während meinem aktuellen Informatikstudium an der Höheren Berufsschule Uster,  habe ich einen Konverter für die Gruner Gruppe programmiert.

Nach Konvertierung der IFC Datei kann das Modell mit dem kostenlosen FBX-Viewer von Microsoft dargestellt werden. Der Viewer kann Modelle bis ungefähr 5 bis 7 MB problemlos öffnen. Sobald die Modelle geöffnet wurden, können sie verschoben, gedreht oder skaliert werden. Somit ist es möglich, Modelle beispielsweise auf dem Arbeitstisch zu platzieren, um sie in einer angenehmen Grösse zu betrachten. Die Modelle erscheinen in guter Qualität, wobei Details weniger klar erkennbar sind, da die HoloLens nicht genügend Lichtpunkte erzeugen kann, um das Modell scharf darzustellen.

Ab 8 MB werden die Hardware-Ressourcen der HoloLens knapp. Der Viewer kann ab einer gewissen Anzahl Meshes keine weiteren Meshes mehr rendern wodurch einige Modelle "abgehackt" und somit unschön und fehlerhaft dargestellt werden. 

Fazit: 
Die aktuelle HoloLens als Controllingtool im Büro zu verwenden ist aufgrund der unscharfen Darstellung von grösseren Modellen wenig effizient und daher nicht sinnvoll. Als Kundenpräsentationstool ist sie für kleinere Modelle oder Modellausschnitte geeignet, für eine umfassende Modellpräsentation nur beschränkt einsetzbar, da grosse Modelle (wie beispielsweise das Modell des "Grosspeter Tower Basel" nicht geöffnet werden können.)

Diese Technologie wird sicherlich in Zukunft soweit fortschreiten, dass die oben genannten Einsatzgebiete vollumfänglich abgedeckt werden können. Die HoloLens ist in ihrem jetzigen Entwicklungsstadium nur bedingt einsetzbar.

Luca Montagna ist im BIM-Team der Gruner Gruppe luca[punkt]montagna [ät] gruner[punkt]ch